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Stadtspaziergang des Tutoriums Burmeister am 14. Oktober 2009

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Ja, wir kennen Berlin. Natürlich, wir sind Berliner! Dennoch – Berlin ist immer einen Spaziergang wert. Auf den Spuren Theodor Fontanes (diesmal nicht in Neuruppin) und anderer Künstler und Literaten ging es an der Weltzeituhr am Alex um halb 11 los. Wir wanderten am Fernsehturm vorbei. Ein kurzer Vortrag zu Alfred Döblins Roman „Berlin – Alexanderplatz“ fiel leider aus, da die Schülerin krank geworden war. Die Informationen zu den drei wichtigen Kirchen rund um den Neptunbrunnen waren äußerst interessant. Jeder Schüler durfte an einem vorher bestimmten Ort einen kleinen Vortrag halten.

Wir kamen immer weiter voran, leider nicht mit diesen futuristisch anmutenden Fortbewegungsmitteln, sondern per pedes. Es war kalt, richtig herbstlich, doch in der Sonne konnten wir ein bisschen Wärme genießen. Wir ließen uns die gute Laune nicht verderben.

1844 stand Fontane genau hier vor der Neuen Wache Posten auf dem Platz als Einjährig-Freiwilliger des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2. Nun waren wir es, die hier standen und sogar Teil einer gerade hinter uns ablaufenden Filmproduktion wurden.

Ein Stückchen weiter, gleich am rechten Flügel der Humboldt-Universität, sitzt Heinrich Heine auf einem Sockel und wir kamen ihm ganz nah.

Am Reiterstandbild des Alten Fritz stellten wir fest, dass die Politiker und Heerführer ganz vorne stehen, die Philosophen, Schriftsteller und Künstler aber am A…., ähhm ganz hinten, sind. So, wie es damals war.

Gleich gegenüber befindet sich die Behrenstraße Nr. 70, in der Fontanes Freundin Mathilde wohnte, und Ecke Charlottenstraße siedelte er in seinem Roman „Schach von Wuthenow“ Mutter und Tochter Carayon an. Auf dem Bebelplatz sahen wir uns das Denkmal zur Bücherverbrennung an.

Im Schauspielhaus verfolgte Fontane ab 1870 ca. 20 Jahre lang das Theatergeschehen als Kritiker der Vossischen Zeitung.

Auf dem Platz zwischen dem Deutschen und dem Französischen Dom steht das berühmte Schillerdenkmalund ebenso das Wohnhaus E.T.A. Hoffmanns und sein Lieblingsrestaurant „Lutter & Wegner“, in dem er sich oft inspirieren ließ.Seine Erzählung „Des Vetters Eckfenster“ entstand hier.

Unweit des Kulturkaufhauses Dussmann stießen wir auf die „Polnische Apotheke“ an der Ecke Friedrich- / Mittelstraße. Hier arbeitete Fontane 1845/46. Wären wir die Friedrichstraße weiter gelaufen in Richtung Chausseestraße, in der übrigens Wolf Biermann wohnte, und sich auch das Brechthaus neben dem Dorotheenstädtische Friedhof befindet, auf dem viele bekannte Schriftsteller, u. a. auch Anna Seghers, begraben liegen, hätten wir die Weidendammbrücke überquert. Seit dem 8. Dezember 1845 war sie für Fontane ein sehr wichtiger Ort, denn dort verlobte er sich mit Emilie Rounanet-Kummer.

Die letzte Station unseres Spaziergangs war der Potsdamer Platz.Hier hörten wir noch ein Gedicht Paul Boldts über das Café Josty und was man von dessen Terrasse aus beobachten kann: Natürlich hat sich Berlin sehr verändert, es wäre auch traurig, wenn es nicht so wäre, dennoch spürt man auf Schritt und Tritt dieses Flair, was, wie wir erfuhren, auch viele Künstler und Schriftsteller nach Berlin lockte.

Ein Spaziergang lohnt sich also immer.

Burmeister
Tutorin
31.10.2009

 
 
 
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