Sie sind hier: Fachbereiche > Deutsch > Kreatives Schreiben > Poetry Slam
 
 
Diese Seite zuletzt geändert am: 19.12.2015, 05:57

POETRY SLAM mit der 11 C

Die Klasse 11C nahm im Deutsch-Unterricht an einem Projekt des Berliner Senats teil. Was ist Poetry Slam, woher Schreib-Ideen nehmen, wie Texte gestalten und performen? Nach dem eigenen Üben und Ausprobieren fuhren Schüler der Klasse am 16.6.11 nach Berlin-Mitte, wo die Mini-Meisterschaft der Schulen, die am Projekt teilnahmen, stattfand. Kevin Kulich trat mit zwei Texten auf: "Krieg" sowie "Besuch bei Dracul". Er wurde vom Publikum per Applaus zum Vizemeister gewählt. Dazu gratulieren wir!!

Textsammlung

Gemischte Gefühle

Hass,Neíd,Liebe?
Liebe,Nied,Hass?
Liebe,
Liebe lieben?
Nied,
Neid neiden?
Hass,
Hass hassen?
Aus dem Fenster springen?
Fest auf dem Boden stehen bleiben?
Fliegen?
Fliegen,wie ein Vogel, einfach "out of the frame"?
Oder, festbeißen, niemals loslassen, kämpfen.
(Weinen?)
Nein,(weinend) springen und an dem Gedanken festbeißen das ich fliegen kann.

Gesprochen von Richard Schneider

Besuch bei Dracul

Von Olaf Kasspriki

Mein Name ist der Jürgen
Bin auf Urlaub in Siebenbürgen
Sitz in einer Schenke hier
Genieße transylvanisch´bier
Werd´ bedient von einer hübschen Maid
In silbernem Kleid
Sieht richtig gut aus
Ein wahrer Augenschmaus
Würd sie gar ansprechen
Müsst ich nicht fast brechen
Vom Geruch, nach dem sie riecht
Mir tief in die Nase kriecht
Hat das Mädel sich doch
Zu meinem joch
Mit Knoblauch eingerieben
Sich ihrem Schutz verschieben
Drückt sie mir den Knoblauch
In die Hände auch
Beschwört mich ihn zu nehmen ihn zu essen
Es nicht zu vergessen
Ich als unwissender Spund
Frage sie nach dem Grund
Es gäbe eine Fehde mit unholden
Die ließen sich ihre Särge vergolden
Und diesen Ungeheuern
Entrichten sie ihre steuern
Und wenn einer nicht zahlen kann
Sei es frau oder Mann
Zahlt er mit seinem Blut
Das erhalte die innere Glut
Des grafen
Der mit seinen zähnen
Ähnlich den Hyänen
Seine Opfer zerfleischt
Und nach immer mehr heischt
Ich beschließe zu ihm zu gehen
Mit eigenen Augen zu sehen
Den Monarchen zu fragen
Warum willst du die Menschen plagen?
Aber als ich vor ihm steh´
Überleg ich ob ich wieder geh´
Doch dann erscheint er mir nett
Fragt mich ganz adrett
Ob ich nicht sein Gast sein will
Da bin ich völlig still
Lädt mich zum Essen ein
Bei mildem Kerzen schein

Sitze hier mit ihm von Angesicht zu Angesicht
Doch er isst nicht
Er muss doch Hunger haben
Will er sich denn nicht an den speisen laben
Er verneint
Und meint
Er habe schon gegessen
Starrt dabei ganz versessen auf meine Wenigkeit
Ich bin jetzt zum schlafen bereit
So möchte ich gehen
Er kann will das nicht verstehen
Will davon gar nichts hören
Wird sich an mir nicht stören
Hat so selten Gäste der alte
So dass er mich hier behalte
Über Nacht
Es ihm große Freude macht
Doch in der Nacht
Bin ich dann aufgewacht
Steht der Graf an meinem Bett
Dass find ich nicht mehr nett
Will gerade zubeißen
Mir die Kehle zerreißen
Ramm ich ihm meinen Schädel in den Mund
Ist für ihn Grund
Aufzuschreien
Denn wie bei Haien
Brechen seine Zähne raus
Das wars dann mit dem Schmaus
Das wär das Ende seiner Hatz
Denn schwer zu bekommen ist
Zahnersatz

Gesprochen von Kevin Kulich

Kevin Kulich - Krieg

Hörst du Es?
Hörst du es beben?
Die Welt brennt
liegt in Trümmern
besser ihr rennt
keiner wird sich kümmern
um euch
ihr armen Seelen
schlimmer als eine Seuch`
wird euch alles stehlen

Landstriche werden verwüstet
Aber bitte macht nur
Rüstet
Rüstet euch für neuen Kampf
schlagt euch wie im Fieberkrampf
denn so wird es enden
in Krankheit und Tod
Schlagt euch nur die Köpfe ein
keiner wird der Sieger sein
Am Ende
und das Ende wird kommen

Mit geifernden Wolfsfratzen
werdet euch die Wunden aufkratzen
wiedermal von vorn
Hätten Idioten ein Horn
so wär´ eures groß
los doch
führt den nächsten Stoß
Jeder gegen den Feind geführte Streich
zersetzt mehr und mehr euer Reich
Aber los
ihr hört ja eh nich
auf jemanden wie mich

Gesprochen Kevin Kulich

Berlin im Wandel

Da Lebte ein Mann, stark und gerecht
Treu zu Jesus und dem Herren
den nannte man Albrecht
Gegen die Asen
Gegen die Götter
Gegen Odin und Thor
Gegen die Wenden
die Gottes Ehre schänden
Für alle Christen!
Berlin ist geboren!

Lang bleibts ruhig hier
3 Jahrhunderte oder vier
Da erhebt sich Friedrich der Alte
der Große und auch oft Kalte
Gegen Schweden
Gegen Bayern
Gegen jeden einzelnen Mann
steht er dort Stramm
Für Preußens Gloria!
Berlin wächst!

Doch tönt es schon von weitem
Revolution!
Revolution und Resistance
Ergreift das Volk seine Chance
Gegen die Fürsten
Gegen König und die Krone
Gegen die Führung der Großen
die nun auf Widerstand stoßen
Für die Freiheit!
Berlin wird erwachsen!

Doch der Willy bleibt an der Macht
lässt sich zum Kaiser krönen
was für eine Pracht
Gegen Sozialisten
Gegen Liberale
Gegen alle Demokraten
und diverse kranke Unterarten
Für das Kaiserreich!!
Berlin ist ausgewachsen!

Der Kaiser der will sich schlagen
packt die Franzmänner beim Kragen
Trubel, Heiterkeit HYSTERIE
Gegen Tommys
Gegen Russen und Amerikaner
Gegen den Franzos´
führt man den Messerstoß
Für den schnellen, den verdienten Sieg
Berlin im Rausch

Selbst nach Versailler Therapie
Jetzt zwar unter andrer Regie
hebt man wieder Waffen auf
Gegen Juden!
Gegen Bolschewisten
Gegen alle Anderen
Sogar gegen die eigene Fraktion
stürzt man sich wie zum Hohn
in einen Blitzkrieg
doch wo bleibt der schnelle der verdiente Sieg?
Für den Führer und doch für Niemanden
Berlin ist krank

Germania´s Gloria ist vorbei
dem Russen ist es einerlei
Gegen die Deutschen
Gegen Nazis und Faschisten
Gegen das Haken und gegen Kreuze
zieht er nun für Freiheit und deren Reize
Raus aus den Trümmern
will sich um die Kranken kümmern
Für eine Welt ohne Hass und Krieg
Hat Berlin am Ende doch einen Sieg?

Entsteht durch der Sieger Eitelkeit
eine Mauer die Sie im Herzen teilt
Gegen alte Nazis
Gegen Flüchtlinge
Gegen Zusammenhalt
zieht sich ein Wall
durch die Gedanken von uns all
Versperrt die Grenzen und Wege
Doch bleibt der Mensch nicht träge
Niemand hält die Einigkeit auf
Und die Geschichte nimmt ihren Lauf

Vereint wieder zu neuem Glanz
An Vergangenes erinnert mancher Kranz
In die Zukunft blickt man nun hinein
Gegen Hass
Gegen Zorn
Gegen solche Streitereien
denn egal woher man kommt
wohin man geht
Diese Stadt ist für jeden da
Berlin du bist Wunderbar!

Gesprochen von Kevin Kulich

Poetry Slam Berlin

In der Stadt, wo ich geboren bin,
leben viele Menschen, Deutsche und anders Sprachige.
Sie ist die Hauptstadt, in die viele Touristen kommen.

Die Stadt hat, wie jede Stadt, ihre eigenen Macken.
Die Stadt hat aber auch viele Gesichter, die man erst sieht, wenn man genauer hinschaut.
Am Morgen ist sie hektisch und stressig.
Am Nachmittag zeigt sie Einkaufsmöglichkeiten.
Am Abend ist sie kulturvoll.

Diese Stadt ist einzigartig, sie ist zugleich anstrengend, aber auch schön.

Berlin ist meine Heimatstadt, in der ich geboren bin.
Wenn ich etwas extravagantes zum Anziehen möchte, gehe ich auf den Kurfürstendamm oder in die Friedrichstraße.
Wenn ich Kultur und Erholung möchte, gehe ich zur Straße "Unter den Linden" oder auf die Museumsinsel.
Wenn ich Sport sehen möchte, gehe ich in die O2 World oder zu UNION.

Berlin ist die Hauptstadt, in der ich geboren bin, hier bin ich zuhause.
Hier leben viele Frauen und Männer,
Hier leben viele alte und junge Leute,
Hier leben Homosexuelle und Heterosexuelle auf engstem Raum,
Hier lebt ein schwuler Bürgermeister, und das ist gut so!

Berlin, geht seine eigenen Wege.
Berlin, hat ihre eigenen Macken.
Berlin, ist hektisch, stressig, erholsam, sportlich und kulturvoll.
Berlin, ist grün und zu gleich grau.
Berlin, kann anstrengend und zu gleich schön.
Berlin, ist vorlaut und zu gleich zurückhaltend und hilfsbereit.
Berlin, hat viele Gesichter, die man erst erkennt, wenn man genauer hinschaut.
Berlin, ist die Metropole!
Berlin, ist ein Reiseziel.
Mein Berlin, mein Berlin, mein Berlin ist und bleibt meine Heimatstadt und darauf bin ich stolz.

"Berlin ist arm, aber sexy!"
sei einzigartig, sei vielfältig, sei Berlin

Gesporchen von C. Retzlaff

Ein Haus

Ein Haus, ein ganz normales Haus.
Ein Haus mit einer grünen Tür,
einer weißen Fassade und einem roten Ziegeldach.

Ein Haus mit sechs weißen Fenster und grün-weiß gestrichelten Fensterläden.
Ein ganz normales Haus am Rande von Berlin.

Es liegt dort, umgeben von friedlicher, unschuldiger Stille.
Umgeben von liebreizenden, oberflächlichen Nachbarn,
die immer grüßen, doch sich nicht für das interessieren,
was hinter dieser grünen Tür passiert.

Umgeben von blinden Nachbarn, denen es natürlich nicht auffällt,
wenn der kleine blonde Junge hinter den grün-weiß gestrichelten Fensterläden
ein blaues, blutiges Auge hat.

Ein wunderschönes weißes Haus am Rande von Berlin.

Umgeben von tauben Nachbarn, die das Weinen der Hausfrau
und den Schrei nach Hilfe hinter der weißen Fassade nicht hören wollen.
Umgeben von Nachbarn, die alles und nichts sehen.
Sie sehen nur das, was sie auch sehen wollen.

Sie sehen den ungemähten Vorgarten und die nicht geschnittenen Büsche.
Doch sie sehen es nicht, wenn die Kinder Angst haben nach Hause zu gehen
und sie sehen auch den verzweifelten und bittenden Blick der Mutter nicht.

Ein Haus, ein ganz normales Haus.
Ein Haus mit einer grünen Tür,
einer weißen Fassade und einem roten Ziegeldach.

Ein Haus am Rande von Berlin.

Ein Haus wie jedes andere auch, so scheint es!

Gesprochen von Juliane Döring

 
 
↑ Seitenanfang ↑
 
© 2006 - 2017, Anna - Seghers - Schule
Design: B.Hoffmann und E.Hoecker | Template: Daniel Fuhrmannek
Das CMS System Websitebaker ist unter der GNU General Public License veröffentlicht. Autor des System ist Ryan Djurovich.