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Diese Seite zuletzt geändert am: 14.03.2010, 19:21

Wir schreiben selbst

Ausflug

Elias Hartung, Klasse 12

Staub tanzt durch einen Fensterspalt, während der Zug den Reisenden sanft hin und her wiegt.
Er genießt die Stimme am Lautsprecher, welche die Stationen durchgibt. Jeder Ort hat bei ihr einen eigenen Klang.
Die Luft riecht noch nach Regen. Durch ein Abteilfenster sieht der Reisende, dass sie sich in einem Wald befinden. Auf einer schmalen Brücke rasen sie direkt an den Baumkronen vorbei.
Der Wald wird dichter. Über den Bäumen schlängeln sich lange Holzbrücken. Dazwischen immer wieder Hütten mit Hängematten auf den Dächern.
Plötzlich sagt dem Reisenden eine Stimme, dass er nur träume. Gleichzeitig öffnen sich seine Augen.
Sofort hört er einen furchtbaren Lärm. Er muss wirklich geträumt haben, wundert sich jedoch, wie er unter diesen Umständen so ruhig schlafen konnte. Um ihn herum ist alles dunkel. Auch nachdem er mehrmals kräftig geblinzelt hat, sieht der Reisende kaum mehr als mit geschlossenen Augen.
Als er sich irgendwann an die Dunkelheit gewöhnt hat, beginnt er seine Umgebung abzutasten. Offensichtlich befindet er sich wieder in einem Zugabteil. Nur ist dieses hier bei weitem nicht so Komfortabel, wie das eben.
Der Lärm wird unerträglich und der Reisende beschließt aufzustehen, um nach einem ruhigeren Platz zu suchen, wird jedoch wie von Geisterhand wieder auf seinen Sitz gepresst.
Beim nächsten Versuch wird er hart nach vorne geworfen und kommt mit der Nase zuerst am Boden an, bevor er sich abrollt und es schafft, sich an der Abteiltür festzuhalten.
Ähnlich einer Achterbahn rast der Zug in starkem Auf und Ab durch die Gegend. Auf die nächste Steigung ist der Reisende allerdings vorbereitet. Mit aller Kraft krallt er sich an der Tür fest. Als es wieder nach unten geht, kommt er mit dem Kopf gegen den Türrahmen, schafft es aber mit klopfendem Herz, seinen Griff zu halten.
Vorsichtig wagt er sich weiter voran und tastet immer wieder seine Umgebung ab.
Er bereitet sich auf eine weitere Steigung vor, doch es kommt keine mehr. Auch der Lärm nimmt ein wenig ab. Erleichtert tastet er sich weiter vor. Vollmond beleuchtet die Abteile.
Er blickt durch eines der Fenster. Der Mond beobachtet ihn. Er geht weiter mit einem unguten Gefühl.
Allmählich verschluckt die Nacht den Lärm. Bedrückende Stille tritt ein. Der Reisende wünscht sich den Lärm wieder zurück. Er hat ihm die Angst genommen.
Seine Schritte hallen durch den Gang, während der Zug langsamer wird und nur noch ein sanftes Summen von sich gibt.
Ganz am Ende des Ganges sieht er jetzt eine Tür. Sie schließt sich langsam.
Sofort setzt der Reisende zum Sprint an. Der Zug wird schneller. Der Reisende ebenfalls. Er kommt an der Tür an, muss sich jedoch seitlich durch den nur noch kleinen Spalt klemmen. Dann springt er und landet auf festem Boden. Zum Glück war der Zug noch nicht zu schnell. Er ist draußen! Er setzt wieder zum Sprint an und wird immer schneller, ohne sich umzudrehen.
Der Reisende ist froh, endlich im Freien zu sein. Doch soweit er auch läuft, er sieht nur den Mond und den endlosen Boden unter seinen Füßen. Egal wie oft er die Richtung ändert, der Boden bleibt. Er wäre gerne zurückgegangen, um zu schauen, in welche Richtung der Zug sich bewegt hat und wohin die Schienen gehen, aber er weiß nicht mehr, woher er gekommen ist. Er muss sich doch eigentlich draußen befinden? Aber was ist das für ein Boden? Er betrachtet ihn im Mondschein. Es sind alles Quadrate. Sowohl in schwarz als auch in weiß. Ratlos setzt der Reisende seinen Weg fort.

 

DAS STRASSENGRÜN FLIESST

Elias Hartung, Klasse 12

das straßengrün fließt den hügel herab
gießt alle spielzeugautos in den kanal

die bäume wedeln mit ihren neongelben
blättern den häusern dahinter frische zu

und der karibikblaue fluss lässt die schatten
seiner wellen an ihren wänden entlang schwimmen

während diese wie pudding in engen gassen wackeln
wird es wärmer von augenblick zu augenblick

zischt der rote himmel lauter und saugt
die farben der stadt in sich auf

eine bunte feuerfontäne breitet sich
pfeifend knisternd ratternd aus

lässt mit jedem strahl einen stern
in einer anderen farbe explodieren

und funken regnen daraus sanft
tauchen die stadt in neue farben

 

UNREALISTISCHE TIERE

Elias Hartung, Klasse 12

furchteinflößende gruftgiraffen
fotografieren verängstigte schatten
während windkatzen sich an
schwedische briefkästen klammern
da sie keine flügel besitzen

gruftbeeinflusste furchtgiraffen
verängstigen fotografierte schatten
während verheiratete nilpferde
vom zehnmeterbrett springen
da es hochsommer ist

beeinflussbare giraffengruften
schattieren ängstliche fotografen
und der nachtmahr quatscht den
regenhühnern alle träume auf
die ihm niemand mehr glaubt

 

Die Dämonenpflanze

Sabrina Schmidt, Klasse 8 d

Es war ein schöner Tag, als ich in meinem Zimmer saß und eine Pflanze studierte. Ich interessierte mich sehr für die Botanik und ich glaubte, dass ich damit die einzige in dieser Stadt war. Das Gewächs vor mir sah wie eine tropische Pflanze aus, aber sie wuchs nicht in den Tropen sondern in einem Wald der nicht weit von hier war.
Als ich fertig war, zog ich mich an und ging raus. Ich wollte in den Wald.
Der Wald sah äußerlich zwar normal aus, aber im Wald wuchsen die merkwürdigsten Pflanzen und Kräuter.
Außerdem hörte man seit einiger Zeit ein lautes Brüllen aus dem Wald. Ich dachte das würde dafür sorgen, dass sich mehr Menschen für den Wald interessierten. Aber dem war nicht so. Das Interesse verschwand nach einer Woche. Wahrscheinlich auch, weil die Forscher die den Wald betraten, nicht mehr rauskamen.
Dann stand ich vor dem Wald und betrat ihn, nach kurzem überlegen, ob ich wirklich hinein gehen sollte. Aber der Drang zu forschen und herauszufinden wieso derartige Gewächse hier wuchsen war größer, als die Furcht vor diesem dämonischen Geschrei.
Im Wald wolle ich gerade eine Heilpflanze pflücken, als ich vor mir ein lautes Geräusch hörte. Als ich das hörte, wollte ich wissen, woher diese lautstarken Töne herkamen, deshalb folgte ich diesem. Das dumpfe Rufen war zwar sehr laut, aber ich rannte fast zehn Minuten geradeaus, bis ich auf eine Lichtung kam.
Auf der Lichtung wuchs nur Gras. Aber in der Mitte sah ich eine riesige Pflanze. Diese war über zwei Meter hoch und ihre vier Blütenblätter hatten eine rötliche Farbe und einen weißen Rand. Ich war erstaunt, als das Gewächs sich bewegte. Zudem hatte sie auch menschliche Eigenschaften, denn sie schloss ihre Blütenblätter zu einer Knospe, die wie ein Kopf aussah und diesen bewegte sie aufgeregt hin und her. Ich wollte mir diese riesige Staude aus der Nähe betrachten aber als ich einen Schritt machte, richtete sie ihren Knospenkopf auf einmal auf mich. Und dann machte sie ein knurrendes Geräusch, was mich noch mehr erstaunte. Ich hörte auch noch mehr Geräusche, aber nicht von den Gewächs, sondern von Tieren die sich im Wald rings um die Lichtung gesammelt hatten. Als ich den Blick wieder zur Pflanze richtete, sah ich, dass sie sich aus der Erde erhob. Gleichzeitig verdunkelte sich der Himmel. Ich überlegte was der Auslöser dieser Wut war und wie ich sie besänftigen konnte.
Als ich dann auf den Boden schaute verstand ich. Ich war ausversehen auf ein Sprössling dieser Staude getreten und nahm auch gleich den Fuß herunter. Allmählich kam die Pflanze näher. Ich hockte mich hin und wollte versuchen, den Keimling zu retten.
Als meine Hände direkt über ihm waren, fing er an zu leuchten. Das war so hell, dass ich meine Augen schloss.
Als ich meine Augen wieder geöffnet hatte, war er wieder munter und tanzte fast. Kurz darauf zogen sich die Tiere zurück und der Himmel war wieder hellblau. Die Pflanze ging zurück und verwurzelte sich wieder in der Mitte der Lichtung. Ich suchte die Lichtung nach weiteren Trieben ab, um diese auch zu stärken.
Seitdem hörte man nie wieder ein Geräusch aus dem Wald.
Und ich habe mir zur Aufgabe gemacht, dieses Gewächs und ihre Keimlinge zu beschützen und mich um diese zu kümmern.
Ich habe diese Pflanze dann Dämonenpflanze genannt, weil der Ton dieser Staude wie ein Dämon klingt.

 

Dieses Jahr kein Weihnachten?

Denise Kehl, Klasse 8b

Hallo, ich heiße Tom. Ich lebe mit meiner Mum, meinem Dad und meiner großen Schwester Maia in einer Drei- Zimmer Wohnung. Jedes Jahr feiern wir ein richtig tolles Weihnachtsfest. Zum Beispiel letztes Jahr, da haben wir alle eine Schnitzeljagd gemacht. Das Siegerteam bekam ein selbstgebackenes Zuckerhaus. Natürlich gewannen mein Dad und ich. Haber wir teilten den Preis mit dem zweiten Team. Aber die Geschenke waren immer das beste. Ich habe mir schon ausgemalt, was wir wohl dieses Jahr machen werden. Vielleicht Sackhüpfen oder Eierlaufen? Aber dieses Jahr war alles anders als sonst. Meine Mum stellte dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum auf, den wir dann immer festlich schmückten. Als ich sie darauf ansprach., sagte sie nur, dass wir dieses Jahr Weihnachten nicht hier verbringen, sondern bei meiner Tante Kiki in Russland, in der Hauptstadt Moskau, und die feiern dort kein Weihnachten. Ich war erst einmal geschockt. Aber als sie dann noch sagte, dass wir in zwei Tagen, also den 18. 12,. gleich los fahren und bis zum 2.1. bleiben und ich schon mal meinen Koffer packen soll, war ich noch mehr geschockt.. Was? Dieses Jahr kein Weihnachtsfest? Als ich dann dies erledigt habe, bin ich gleich schlafen gegangen. Am Tag unserer Abreise hatte ich das Gefühl, dass das Ganze meiner Schwester nichts ausmachte. Unterwegs spielten wir lustige Spiele. Bald waren wir nun endlich da. Das gab vielleicht eine Wiedersehensfreude. Die Tage vergingen wie im Flug. Aber als ich am 31.12. morgens aufwachte, erlebte ich eine große Überraschung: Ich sah einen großen geschmückten Tannenbaum mit vielen kleinen Geschenken an den Zweigen. Meine Mum sagte, dass sie zwar kein Weihnachten feiern, aber das sogenannte Jolka- Fest. Da feiern die Russen Weihnachten, Silvester und Fasching zusammen. Die kleinen Mädchen verkleiden sich als Schneeflocken und die Jungen als Väterchen Frost. Also gab es dieses Jahr doch ein Weihnachtsfest, und es war das beste überhaupt.

 
 
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