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Diese Seite zuletzt geändert am: 27.06.2015, 20:18

Schüleronlineredaktion (OnRe) schaut Kai Diekmann und der BILD beim Arbeiten zu

Wir, die OnRe der Anna-Seghers-Schule, trafen uns heute um 8:30 Uhr vor der Schule und fuhren zuerst mit der S-Bahn, dann mit der U-Bahn zum Axelspringer-Verlag oder eher gesagt erst mal zum Checkpoint Charlie. Von dort aus legten wir noch eine kurze Strecke zu Fuß zum Verlagsgebäude zurück, das für jeden zugänglich ist. Die Halle wirkte riesig wie eine kleine Hotelrezeption.

Wir wurden herzlich mit Kuchen und Getränken empfangen und auf einem Tisch fanden wir schon die verschiedensten Zeitungen vor, unter anderem auch die BILD, die wir uns anschauen und bewerten durften. Was fanden wir gut, was nicht? Gut finden wir, dass so viele Themen angesprochen werden für so wenig Geld. Toll ist auch, dass es tatsächlich viele Fotos gibt, das spricht die Menschen an und passt zum Titel. Uns fällt es aber schwer, Werbung von Informationen zu unterscheiden, da alles irgendwie ineinander übergeht. Von uns liest niemand regelmäßig BILD. Schließlich kam Herr Höcker, begrüßte uns und erklärte uns seine Arbeit, einiges über den Verlag und über Journalismus und dann gings auch schon los.

Um 10:50 Uhr wurden wir dann von Frau Bendixen in einem anderen Gebäude empfangen. Wir waren nun auf dem Weg zu Konferenz, wo über die morgige und die heutige Zeitung gesprochen wurde. Zuerst mussten wir durch die Kontrolle, die der am Flughafen nicht ganz unähnlich sah. Anschließend fuhren wir mit dem Fahrstuhl in den 16. Stock des Verlagsgebäudes. Dort empfing uns der stellvertretende Chefredakteur und Leiter, Herrn Böcking. Er erklärte uns kurz, dass er für das digitale Lesen der BILD verantwortlich ist und stellte uns die BILD vor, die Zeitung, um die es heute ging. Zusammen mit Studenten einer anderen Schule erfragten wir nun, was uns interessierte:

Was braucht man, um diese Karriere einzuschlagen? Wir erfuhren, dass die meisten an der Axel Springer Akademie studieren. Seltener gibt es aber auch Quereinsteiger, die ein besonderes Talent im Schreiben haben. Uns interessierte auch, wie viele Leser die BILD hat, nämlich ungefähr zwölf Millionen Leser; ca. acht Millionen Leser, die nur die Zeitung lesen und ca. vier Millionen, die die BILD digital lesen.

Verliert die BILD-Zeitung nicht Leser, wo es jetzt alles mobil und im Netz gibt? Auch das war für uns wichtig zu wissen. Wir erfuhren, dass es in zwischen durchaus weniger Leser, die nur die Zeitung lesen, sind, allerdings geht die BILD dem Trend des digitalen Lesens mit. Natürlich wird die Zeitung immer weniger Leser haben, was aber nicht die Einnahmen beeinflusst. Aber ganz aussterben wird sie voraussehbar erst mal nicht. Uns wurde auch die Frage beantwortet, wie genau BILD Geld verdient: Man kann auf bild.de durchaus die wichtigsten Neuigkeiten lesen, aber um alles und genaueres zu lesen, muss man sich eine Premium Mitgliedschaft kaufen. Dadurch verdient die BILD im Internet.

Wir wollten auch wissen, wie viele Menschen an einer Zeitung arbeiten. Wir erfuhren, dass man ca. 300 Menschen braucht, um eine BILD-Zeitung fertig zu kriegen, denn jede BILD-Zeitung wird noch am selben Tag gedruckt, geschrieben, gestaltet. Dabei braucht man nicht nur Redakteure, sondern auch Layouter, Medienjournalisten u.v.m. Ein normaler Redakteur arbeitet ca. 30-40h die Woche. Wenn man als Reporter sogar im Ausland tätig ist, kann es passieren, dass man sogar 60-70h arbeitet.

Um elf hieß es Fragepause, da die Videokonferenz begann, zu unserer freudigen Überraschung auch mit dem leitenden Chefredakteur Kai Diekmann wie man auf unserer Fotoserie sehen kann. Zuerst wurde 7 Minuten lang die Blattkritik geäußert, bei der die heutige BILD bewertet wurde. Das konnte man aber nicht so ganz ernst nehmen, denn so ganz nebenbei wurden Witze gerissen. Wahrscheinlich werden dafür Prominente gewonnen, die gerade in Berlin sind. Aber schließlich tauschten sich die Leitungen der BILD aus den verschiedenen Bundesländern in einer Videokonferenz, die wir auf riesigen Monitoren verfolgen konnten, über die morgigen Themen und besonders über das Titelblatt aus. Wie sollte es gestaltet werden? Das Thema war natürlich schon klar: Fußball und FIFA. Für die Bildredakteure schien schon klar zu sein, dass Herr Blatter zurücktreten wird. Für uns war überraschend, dass er dann, obwohl er noch wiedergewählt wurde, tatsächlich zurückgetreten ist. Das letzte Wort über die Inhalte der Zeitung für den nächsten Tag hat der Chefredakteur persönlich. Bis dahin kann jeder sagen, was er will. Wenn Herr Diekmann entschieden hat, gibt es keine Diskussionen mehr – Die Zeitung steht.

Im Anschluss unterhielten wir uns weiter mit Frau Bendixen, der Ausbildungsleiterin, über unsere Zukunft und Berufsvorstellungen. Wir fanden es sehr hilfreich, dass sie uns riet, von unseren Träumen nicht abzuweichen, auch wenn man dafür mal einen Umweg gehen muss.

Nach unserem Besuch haben wir auch gleich eine Redaktionssitzung gemacht, eine Chefredakteurin gewählt und weitere Funktionen. Bei uns gibt es jetzt auch z.B. Fotografen oder eine Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit.

Leider sind unsere Arbeitsbedingungen an unserer Schule sehr schlecht. Wir haben nur einen PC für unsere Redaktion, nur in einigen Klassenräumen gibt es Internet. Da staunten wir schon mächtig über die Wahnsinnstechnik bei der BILD.

Wir würden gerne wiederkommen. Toll wäre es auch, wenn jemand die Patenschaft über uns übernehmen würde.

Der Tag hat uns viel gebracht.

 
 
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