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„Ohne zu zögern. Varian Fry: Berlin - Marseille - New York

So lautet der Titel einer Berliner Ausstellung, die historisch sozusagen überfällig ist. Auch der Katalog dokumentiert ausführlich die Geschichte dieses jungen Amerikaners, der im Sommer 1940 nach Frankreich eilte, um – ohne zu zögern und nicht ohne Gefahr für das eigene Leben - eine gigantische Rettungsaktion zu starten.



Sein Büro in Marseille half vielen Emigranten aus Deutschland, Nazigegnern und Juden, zu überleben und aus der Falle Südfrankreich vor dem Zugriff der französischen Polizei und der Gestapo - notfalls mit gefälschten Pässen und Ausreisevisen - zu führen: per Schiff und per Flugzeug über Lissabon, und illegal zu Fuß über die Pyrenäen. „Der Botschafter der Vereinigten Staaten für die Elenden in Europa“ wurde 13 Monate später selbst vom Vichy-Regime ausgewiesen.

Wer war überhaupt Varian Fry, sollen Touristen und Berliner immer wieder am Potsdamer Platz an der Haltestelle und der Straße fragen, die seinen Namen tragen. Die Antwort gab vor gut zehn Jahren bereits die „ZEIT“. Er sei der „Engel von Marseille“, dem „eine ganze vertriebene Kultur ihr Überleben“ verdanke. Als ersten Amerikaner ehrte ihn 1996 Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“: „Wer immer ein Menschenleben rettet, hat damit gleichsam eine ganze Welt gerettet.“ Da war Varian Fry schon dreißig Jahre tot. 1967 war er an einem Herzinfarkt gestorben. Das feine Lächeln, das ihn auszeichnete, hatte er, notierte der Schriftsteller Hans Sahl, bereits in Marseille, verloren. „Der Mann mit der Nelke im Knopfloch, der anderen Gutes tut“.

Diese Ausstellung war fällig. Das AKTIVE MUSEUM Faschismus und Widerstand, Berlin, hat sie mit und in den Räumen der Akademie der Künste ausgerichtet. […]“

Buchtipps



Viele Schüler unserer Schule besuchten diese Ausstellung, so auch die beiden Leistungskurse Deutsch, 12. Jahrgang, von Frau Bönisch und Frau Burmeister.
In Vorbereitung auf das Zentralabitur 2009, dessen einer Schwerpunkt auf der Exilliteratur liegt, konnten die Schüler viel über die Exilsituation und Autoren, die Deutschland verlassen mussten, erfahren.



Treff an der Weltzeituhr bei klirrender Kälte


Vor der Ausstellung in der Akademie der Künste


Wichtige Dokumente zur Situation der Exilschriftsteller





Birgit Burmeister für den Fachbereich Deutsch, 21.12.2007

 
 
 
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